Kripo-Ausstellung hilft Einbrüche verhindern

Kostenlose Tips von Kommissar Pickelmann machen Ganoven das Leben schwer

 

Der kriminalpolizeiliche Fachberater der Kripo Traunstein: Kriminalhauptkommissar Gerhard Pickelmann am Schreibtisch seines neuen Ausstellunsgraumes in Bad Reichenhall.

Der kriminalpolizeiliche Fachberater der Kripo Traunstein: Kriminalhauptkom-missar Gerhard Pickelmann am Schreib- tisch seines neuen Ausstellungsraumes in Bad Reichenhall.

Bad Reichenhall. Wie die neuesten Zahlen der Kriminalstatistik belegen, nehmen die Wohnungseinbruchsdiebstähle weiter zu. Alleine im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd stiegen die Fallzahlen im vergangenen Jahr um etwa 35 Prozent. Dabei gibt es wirkungsvolle Methoden zur Verhinderung von Einbrüchen, berichtet der kriminalpolizeiliche Fachberater der Kripo Traunstein, Kriminalhauptkommissar Gerhard Pickelmann. In seinem neuen Ausstellungsraum, seit März 2015 in Bad Reichenhall, informiert er Interessierte kostenlos über technische Möglichkeiten.

Immer wieder muß der Experte darauf hinweisen, daß Wohnungseinbruch längst keine Frage der Saison mehr ist. Zwar häufen sich die Fallzahlen gerade im Herbst und Winter nach wie vor, allerdings ist heutzutage auch ein gleichmäßiger Anstieg über das gesamte Jahr hin zu beobachten. Gerade auch zur Urlaubszeit im Sommer. In Deutschland wird alle dreieinhalb Minuten eingebrochen. Obwohl Bayern weiterhin bundesweit den niedrigsten Belastungswert aufweist, belegen neuste Zahlen, daß die Einbrüche zum dritten Mal in Folge stark ansteigen. Alleine im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd um 35 Prozent von 450 Fällen im Jahr 2013 auf rund 600 im Jahr 2014.

Ein Einbruch in die eigenen „vier Wände“ bedeutet für die meisten der betroffenen Opfer einen großen Schock. Dabei bereitet den Geschädigten in den allermeisten Fällen weniger der materielle Schaden Probleme. Vielmehr ist es die Verletzung der Privatsphäre und das verlorengegangene Sicherheitsgefühl, das eine massive Beeinträchtigung der Psyche nach sich zieht. Ein Einbruch bewirkt nicht selten, daß sich Betroffene in der eigenen Wohnung nicht mehr wohl fühlen. Daß man sich hiervor schützen kann, weiß Fachberater Pickelmann: “Im Jahr 2014 blieb es in Bayern über 3.500 mal beim Versuch – nicht zuletzt aufgrund sicherungstechnischer Einrichtungen“.

An einem Fenster dieser Bauart sind schon viele Ganoven gescheitert.

An einem Fenster dieser Bauart sind schon viele Ganoven gescheitert.

Viele unterschätzen auch den Wert ihres Besitztums. „Bei mir ist eh nichts zu holen…“, womöglich haben auch Sie schon einmal diesen Spruch in lockerer Runde zum Besten gegegebn. Ein großer Irrtum! Einbrecher hoffen immer auf lohnende Beute. Sie nützen günstige Gelegenheiten wie schlecht gesicherte Türen, Fenster oder Terrassen erbarmungslos aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei dem Objekt um ein Mehrfamilienhaus, eine Villa, einen Neubau oder um ein Reihenhaus handelt. Auch Wohnungen in Wohnblocks geraten immer wieder ins Visier der Einbrecher.

„Faktum ist: Bereits durch einfache, aber wirkungsvolle technische Sicherungen lassen sich die meisten dieser Täter von ihren Absichten abhalten“, so Pickelmann. Der 58jährige ist seit 2008 als Fachberater bei der Kriminalpolizei Traunstein in der Einbruchsprävention tätig. Nach seiner Einstellung bei der bayerischen Polizei im Jahr 1973 war er viele Jahre als Ermittler bei Kriminal- und Schutzpolizei gegen Einbrecher im Einsatz.

Nun bietet er Interessierten kostenlose, unabhängige sowie firmen- und produktneutrale Beratungen zum Einbruchschutz an. Bei den Beratungen geht es unter anderem um einbruchhemmende Komponenten, als da wären bruchsichere Fenster- und Türscheiben; nachträgliche mechanische Nachrüstungen wie beispielsweise Schlösser, Fenster- und Türbeschläge. Aber auch den Einbau von Alarm- und Überfallanlagen sowie die Videoüberwachung und -aufzeichnung hat der Kriminalhauptkommissar auf seiner Ratschlagsliste.

„Jede Einbruchsvorsorge steht unter ganz individuellen Vorzeichen und keine Wohnsituation ist wie die andere“, sagt Pickelmann. Das macht eine persönliche Beratung notwendig. Gerade im Bereich der technischen Nachrüstung von Bestandshäusern ist daher – nach telefonischer Terminvereinbarung – ein Ortstermin nötig.

Aber auch Bauherren können sich bereits vor Baubeginn bei dem speziell geschulten Kripobeamten über technische Sicherungsmöglichkeiten informieren. Pickelmann berät hierzu bei der Polizeiinspektion Bad Reichenhall in einem neu eingerichteten Ausstellungsraum. Dieser wurde vor wenigen Tagen im März von den Räumlichkeiten bei der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein nach Bad Reichenhall verlegt (Anschrift: Poststraße 19, 83435 Bad Reichenhall). Dort ist Pickelmann jetzt unter der Telefonnummer 08651- 97 02 30 erreichbar. Aber auch die bisherige Rufnummer 0861- 987 34 45 bleibt dank Rufumleitung für Ratsuchende weiterhin aktiv.

Text und Fotos: Polizei Bayern

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